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Auf ein Wort

Eigentlich bin ich ganz anders …

An unseren Stränden wird es voll, und das Wetter hat es in diesem Jahr schon gut mit uns gemeint: Es ist Sommer. Für mich eine Jahreszeit, in der auch einmal Pausen vorkommen, in der unser Alltag unterbrochen wird, weil sich Menschen um uns herum eine Auszeit gönnen. Mitten im Jahr ist es Zeit, auf das zu schauen, was schon gewesen ist, und auf das, was noch vor uns liegt. Es ist Zeit, um auf uns zu schauen. „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur viel zu selten dazu, ich bin gar nicht der Typ, den jeder in mir sieht“, singen Udo Lindenberg und Jan Delay in ihrem Lied „Ganz anders“. Wie oft sage ich mir: Eigentlich bin ich – der beste Freund, den du dir wünschen kannst – die zuverlässigste Kollegin, die du dir vorstellen kannst – der liebste Ehemann … Und wie viel zeige ich davon den anderen, dass es auch ankommt und nicht nur in mir bleibt? Ich brauche jemanden, der zu mir sagt: Es ist gut, wie du bist, und ich kenne dich. Um diese Stimme hören zu können, brauche ich Ruhe und Zeit. Ich finde sie, wenn ich auf ein Kirchenlied höre: „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen und wird vom Dunkel überweht“. Ich sehe vieles von dem, was ich heute erlebt habe. Viele Kleinigkeiten, die ich nebenbei erledigt habe. Es sind auch welche dabei, die sich plötzlich zu großen Sachen entwickeln – ganz unvorhergesehen: sie lassen mir keine Ruhe und werden mich noch weiter beschäftigen. Über diesen Abend hinaus. Anderes ist gelungen. Ich kann damit abschließen, es wird mir morgen nicht mehr auf der Seele liegen. Wie schön ist es, einmal nicht über den Abend hinüber zu gehen und schon an den nächsten Tag zu denken, sondern einfach stehen zu bleiben. „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen.“ Das steht fest. Was er uns auch an Sorgen und Mühe, an Glück und Gutem gebracht hat – es liegt hinter uns. Wir haben es geschafft. Es ist gut. Es tut gut, bei sich zu sein, in sich hinein zu hören, auf sich zu schauen. Das Dunkel der Nacht wird langsam heranwehen. Es legt sich über den Tag. Doch es kommt nicht finster, nicht bedrohlich herbei. Sanft sagt es: „Jetzt ist es Zeit, den Tag ruhen zu lassen. Ich schiebe ihn fort, du aber bleibst. Sieh dich an!“ „Gott, am Morgen hast du Lob empfangen, zu dir steigt unser Nachtgebet“, heißt es weiter in dem Lied. Ich kenne ganz unterschiedliche Geschichten vom Aufwachen. Wie beginnen wir unseren Tag? Einige erzählen davon, wie sie sich auf den Tag freuen. Sie haben gut geschlafen. Vielleicht hat sie ein Spruch am Abend durch die Nacht gebracht: „Schlaf gut, meine Kleine, das wird schon morgen!“
Andere haben eine schwere Nacht hinter sich und ihre Sorgen sind morgens die ersten Boten. Der ganze Tag wird von ihnen begleitet. Da tut es gut zu hören: „Ich weiß, dass es dir nicht gut geht. Aber ich will bei dir sein.“ Vielleicht hat uns das schon einmal jemand gesagt, früher, als wir klein waren, oder noch vor kurzem. Diese Zusage macht uns auch Gott, darum können wir abends bitten. In dem Lied „Ganz anders“ wird von dem Druck erzählt, etwas beweisen zu müssen: „Ich sage: Ich bin gar nicht der Typ, den jeder in mir sieht, und das werde ich euch beizeiten auch alles noch beweisen“. In meinen Ohren klingt „ganz anders“ und vollkommen entlastend, was das Kirchenlied sagt: „Die Erde rollt dem Tag entgegen, wir ruhen aus in dieser Nacht.“ Der nächste Tag wird kommen, doch für heute ist Schluss. Wir dürfen uns ausruhen, denn Gott ist wach und sieht uns, auch wenn wir schlafen. Die Dämmerung kann ein stilles Zeichen für uns sein: Mal sind unsere Tage länger, mal werden sie kürzer, doch wenn die Dunkelheit sich über den Tag legt, haben wir die Erinnerung an unsere Zeit. Wir können innehalten und uns sortieren. Manchmal können wir nach uns fragen. Und vielleicht hören wir dann in diesem Sommer ein: „Gute Nacht, mein Kind.“

Ihr Pastor Alexander Braun


Konfirmandenanmeldung
Wie in den vergangenen Jahren gibt es in Heide einen Termin aller Kirchengemeinden für die Anmeldung zum Konfirmandenunterricht. Dieser ist am 8. und 9. Juni von 17 bis 18.30 Uhr in den Gemeinden. Anmelden können sich alle, die im Frühjahr 2013 konfirmiert werden möchten und dann 14 Jahre alt sind.
Anmeldungen sind möglich in:
Kirchengemeinde Auferstehung: Pastorin Sievers und Team, Gemeindehaus Timm-Kröger-Straße 33, Tel. 8286381. Ein Jahr Unterricht ab Mai 2012. 1 Konfirmandenfreizeit. Einmal monatlich Unterricht am Konfersamstag von 10 bis 16 Uhr.
Kirchengemeinde St. -Jürgen, Bezirk Süd: Pastorin Astrid Buchin, Pastorat Beselerstraße 28, Tel. 62885. 2 Jahre, 1x im Monat 3 Stunden (in der Regel samstags), 3 Konfirmandenfreizeiten.
Kirchengemeinde St.-Jürgen, Bezirk Nord: Pastor Dr. Thomas Schleiff, Pastorat Lindenstraße 11, Tel. 72459. 2 Jahre, 14-täglich 1,5 Stunden, donnerstags, 1 Konfirmandenfreizeit.
Kirchengemeinde Heide-Butendiek Pastor Andreas Sonnenberg, Gemeindehaus Helgoländer Straße 20-22, Tel. 8050. 2 Jahre Unterricht, wöchentlich 1 Stunde, dienstags.
Erlöser-Kirchengemeinde Pastor Alexander Braun, Gemeindehaus Berliner Straße 7-9, Telefon 2840. 1 Jahr, 1 x monatlich am Sonnabend 6 Stunden, 1 Konfirmandenfreizeit.

Kriegsgräberstätte Westermoorweg
Die Kriegsgräberstätte wird mit Hilfe der Stiftung gegen rechtsextreme Gewalt und Schülern und Schülerinnen des Werner-Heisenbergs-Gymnasiums umgestaltet. Zwei Tafeln erinnert an die dort bestatteten Menschen. Mit einer Andacht, an der auch Priester Dionisij Idavain von der russisch-orthodoxen Kirche teilnehmen wird, wird die Umgestaltung der Kriegsgräberstätte würdig gefeiert. Diese findet am 30.06. ab 16 Uhr, an der Kriegsgräberstätte statt.

Kleidersammlung für Bethel
5. bis 10. September. Abgabe in den Heider Kirchengemeinden. Infos unter Tel. 6891-10

Neuer Waldfriedhof

Die Buschwindröschen blühten, die alten Buchen trieben das erste zarte Grün, als fast der gesamte Kirchenvorstand St. Jürgen bei schönstem Frühlingswetter einen Spaziergang durch den Wald in Hohenhain bei Nordhastedt machte. Aber kein geselliger Ausflug war der Anlass für diesen Spaziergang, sondern eine außerordentliche, besondere Sitzung gemeinsam mit dem Kirchenvorstand Nordhastedt. Nach dem Spaziergang wurde im Gemeindezentrum Süderholm – im Stadtgebiet Heides und zugleich im Gemeindegebiet der Kirchengemeinde Nordhastedt – getagt. Beide Kirchenvorstände hatten sich ca. ein Jahr intensiv in gemeinsamen Arbeitsgruppen auf eine Aufgabengemeinschaft Gründung eines neuen Waldfriedhofes auf diese Sitzung vorbereitet. Den Anstoß gab der Friedhofsverwalter Ralph Kruse, der in den vergangenen Jahren auf den Heider Friedhöfen dafür sorgte, dass sich unsere Friedhöfe mit ihren Angeboten den sich ändernden Bedürfnissen der Menschen anpassen. In Norddeutschland entstehen in den letzten Jahren vermehrt Friedwälder – es gibt viele Menschen, auch in unseren Gemeinden, die die naturnahe Bestattung in einem schönen alten Wald der klassischen Bestattung auf einem Friedhof vorziehen. Dass diese Menschen aus unserer Region auch ein vergleichbares Angebot in ihrer Heimat finden können, dass sie nicht nötigt werden, die mit den Friedwäldern einhergehende andere Bestattungskultur für sich in Kauf zu nehmen, das alles waren Anstöße für Herrn Kruse, dieses neue Projekt anzuschieben. Nach anfänglichen Bedenken tragen nun beide Kirchenvorstände mit Überzeugung das entwickelte Konzept eines gemeinsamen Friedhofes der Region Heide und Umgebung. Am 6.4. wurde der Vertrag für eine Aufgabengemeinschaft zur gemeinsamen Trägerschaft des Waldfriedhofes Hohenhain unterzeichnet. Die Kirchengemeinden sind dankbar für die engagierte Vorarbeit der Arbeitsgruppen, den künstlerischen Entwurf von Herrn Lindow und die Zusammenarbeit mit der Kommune Nordhastedt.

 

Heider Kirchenbüro

Ab 1. April gemeinsames Heider Kirchenbüro. Kein Aprilscherz: Ab dem 1. April haben die vier Heider Kirchengemeinden ein gemeinsames Kirchenbüro im „Alten Pastorat“ am Markt. Beginnen werden St. Jürgen, Auferstehung und Butendiek; Erlöser folgt dann im November.
Dafür waren umfangreiche Vorarbeiten und Planungen nötig, denn es gilt sich in Vielem miteinander abzusprechen. Die ehemaligen Kirchenbüros vor Ort in den Gemeinden sind dann nicht mehr besetzt.
Frau Müller (ehemals Butendiek), Frau Paulsen und Frau Schleiff (beide ehemals St. Jürgen) werden abwechselnd die Bürostunden im gemeinsamen Kirchenbüro besetzen. Die beiden Sekretärinnen in Auferstehung und Erlöser scheiden durch Ruhestand aus.
Die vier Heider Gemeinden haben sich zu einer verstärkten Zusammenarbeit und Kooperation entschlossen. Ein Ausdruck dieses Bestrebens ist der gemeinsame Gemeindebrief und nun auch das gemeinsame Kirchenbüro.
Der Hintergrund ist, bei ständig knapper werdenden Finanzen die vorhandenen Mittel und Personal besser und effektiver zu nutzen und einzusetzen. Vorteil für die Gemeinden und Gemeindeglieder sind die verlängerten Öffnungszeiten und ein im Jahr durchgängig besetztes Büro.
Wenn sich am Ende vier Kirchengemeinden mit unterschiedlichen Traditionen und Arbeitsweisen zusammentun, dann ist das auch ein Kraftakt. Es wird sicher noch einige Zeit brauchen, bis der Betrieb im gemeinsamen Kirchenbüro rund läuft und alle Probleme, die einem Neuanfang innewohnen, erkannt und gelöst sind.
Die Heider Kirchengemeinden hoffen aber, dass man sich schnell an diese neue Einrichtung gewöhnt und das gemeinsame Kirchenbüro zu einer vertrauten und gern genutzten Institution der Kirchen in Heide wird.

Den drei Sekretärinnen wünschen wir einen guten Start.

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10 – 12 Uhr
& Donnerstag 14 – 17 Uhr
Markt 27
Tel.: 6891-10
kirche.heide@nordelbien.de