Meldorf – Schlanker, effektiver und kostengünstiger soll es sein, wenn Mitarbeitende des Evangelischen Regionalzentrums Westküste (ERW) in Zukunft nicht mehr ihren Anstellungsort im nordfriesischen Breklum haben, sondern direkt in Dithmarschen haben und nur für Dithmarschen beschäftigt sind. Mit großer Mehrheit beschlossen die Synodalen des Kirchenkreises auf ihrer jüngsten Tagung, aus der Erprobungsphase des ERW schon vorzeitig zum 31. Dezember diesen Jahres auszusteigen.
„Eindeutig keinen Grund für unsere Empfehlung sehen wir in einer möglichen Unzufriedenheit mit den Mitarbeitenden oder mit dem kooperierenden Kirchenkreis Nordfriesland“, so Propst Dr. Andreas Crystall in seiner Einbringung. Der Grund läge vielmehr in der Vorgeschichte, so der Propst. Gegründet wurde das ERW im Jahr 2007 von damals fünf Kirchenkreisen, die inzwischen zu zweien fusioniert sind. Eine wichtige Aufgabe war damals die Bildung von Kontrakten mit der nordelbischen Ebene – eine Aufgabe, die inzwischen hinfällig geworden sei. Inzwischen sei das ERW aufgrund nordfriesischer Kürzungsvorgaben personell so zusammengeschrumpft, eine „Rumpfbesetzung“ sei zurückgeblieben, die unter schlechten Arbeitsbedingungen und langen Wegstrecken leide.
Niemand verliere seinen Arbeitsplatz, das war dem Kirchenkreis wichtig und wurde bei Vorabgesprächen mit dem Kirchenkreis Nordfriesland geklärt. Die Synode beschloss entsprechend dem Vorschlag des Kirchenkreis-Vorstands, eine halbe Stelle für Personal- und Organisationsentwicklung und eine halbe Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als Stabsstellen beizubehalten und die Mitarbeitenden zu übernehmnem. Die 100-Prozent-Ökumenestelle, die zurzeit Pastorin Evamaria Drews innehat, bleibt genauso erhalten wie die ganze Stelle für Frauenarbeit, die von Elisabeth Ostrowski ausgefüllt wird.
Von der Neuordnung verspricht sich der Kirchenkreis nicht nur einen geringeren organisatorischen Aufwand, sondern auch Kostenersparnisse. Der Verwaltungsaufwand werde sich verringern, hieß es in der Beschlussvorlage, Leitungsstunden seien nicht mehr nötig. Für die Zukunft erhofft man sich nicht nur eine Verschlankung der Struktur, sondern auch eine bessere Vernetzung der Dienste und Werke in Dithmarschen. „Die vorhandene Struktur des Dienste-und Werkekonvents könnte als Plattform der Begegnung und Vernetzung verwendet werden“, sagte Propst Crystall. „Dann endlich kommen die Arbeitsbereiche des ERW auch mit den übrigen 13 Diensten und Werken des Kirchenkreises zusammen. Das ist ein Gewinn.“