Sie sind musikalisch? Weltoffen, begeisterungsfähig? Sie können ein bisschen Englisch und treffen gerne Menschen? Es begann 2008 mit einem Workshop am Christian-Jensen-Kolleg in Breklum: 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernten unter der Anleitung von Chorleitern aus Tansania traditionelle Lieder in Kinyakyusa oder Kisuaheli samt Tanzschritten und Percussion. Am Ende des Workshops stand eine gemeinsame Aufführung in einem mitreißenden Konzert. Die Musik hatte Sprach- und Kulturgrenzen durchlässig gemacht. Von Mensch zu Mensch entstanden echte Begegnungen und unvergessliche Erlebnisse.
In der Zeit danach wuchs der Wunsch auf deutscher wie auf tansanischer Seite, einen parallel arbeitenden deutsch-tansanischen Chor zu gründen. Hier in Norddeutschland wollte man gerne weiter Musik aus Tansania lernen, im fernen Afrika wollte man im Gegenzug die Klassiker der Chormusik aus dem fernen Deutschland erobern ‒ auf beiden Seiten verbunden mit dem Wunsch, die Musik auch aufführen zu können.
Das wird jetzt Wirklichkeit! Im Januar startet der Chor mit einem monatlichen Probenachmittag. Vernetzt durch moderne Medien wird in Breklum und Dar es Salaam traditionelle Chormusik aus Tansania und aus Deutschland parallel einstudiert. Und es ist geplant, beim evangelischen Kirchentag im nächsten Jahr in Hamburg gemeinsam aufzutreten.
In Dar es Salaam, der Hauptstadt Tansanias, haben sich bereits Sängerinnen und Sänger gefunden, und ab Mitte Januar wird auch in Breklum geprobt. Im Sommer werden die deutschen und tansanischen Chorleiter ihre Rollen tauschen und mit dem jeweils anderen Chor proben.
Die musikalische Leitung hat Ingrid Sievers. Sie ist Kirchenmusikerin, Musikpädagogin und Sängerin mit langjährigem Bezug zur Musik in Tansania (weitere Infos: Telefon 04662 / 1230). Bernd Sievers zeichnet für die organisatorischen Aufgaben verantwortlich.
In Breklum finden die Proben monatlich statt, Beginn ist am 14. Januar, 14 bis 18 Uhr. Einen ersten Auftritt wird es beim Jahresfest des Nordelbischen Missionszentrums am 23./24. Juni geben. Der Teilnehmerbeitrag liegt bei zehn Euro im Monat (Jugendliche fünf Euro). Teilnehmen können Jugendliche und Erwachsene mit Interesse für Chormusik, Notenkenntnissen und elementaren Englischkenntnissen. Auf Wunsch kann eine Kinderbetreuung organisiert werden.
Der Chor wird vom Klangraum Nordfriesland e.V. getragen, unterstützt und freundlich begleitet vom Nordelbischen Missionszentrum, von der ökumenischen Arbeitsstelle Nordfriesland, vom Christian-Jensen-Kolleg und von Landeskirchenmusikdirektor Hans-Walter Wulf.
„Punda milia“ heißt übrigens „Zebra“: Schwarz und weiß verbinden sich zu einem ästhetischen Höhepunkt der Schöpfung. So soll es sein: Schwarze und weiße Menschen bringen gemeinsam schwarze und weiße Musik zum Klingen, verbunden als Geschwister im Glauben.
Rainer Kolbe
Evangelisches Regionalzentrum Westküste