Evangelisches Regionalzentrum Westküste

MQF – Mitarbeitende Qualifiziert Führen

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Inzwischen hat schon der 19. Kurs begonnen. Ausgebucht, wie immer. Aber was ist das überhaupt, MQF? Mitarbeitende Qualifiziert Führen ist ein Führungs- und Leitungstraining „on the job“. Es wendet sich an Pastoren und leitende Mitarbeiter in Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und Diensten und Werken, in der Diakonie und kirchlichen Verwaltungen. Das Konzept wurde 1997 im Kirchenkreis Südtondern von Dieter Gesewsky und Christoph von Stritzky entworfen wurde. Seit 2010 wird es als Nordelbisches Projekt des Evangelischen Regionalzentrums Westküste und des Christian Jensen Kollegs in Kooperation mit den Hamburger Kirchenkreisen durchgeführt.

Mitte Januar ging der 18. Kurs zu Ende, den Absolventen wurden nach einer Abschlussrunde ihre Zertifikate überreicht: Zwölf Führungskräfte aus sechs Berufsgruppen. Aus Nordfriesland, aus Flensburg, Hamburg, aus Brunsbüttel und Büchen. Eine Pastorin in einer Gemeinde mit 14 Mitarbeitern und fast 40 Ehrenamtlichen. Eine Kindertagesstättenleiterin mit neun Mitarbeitern („und allen Kindern und allen Eltern!“). Ein Abteilungsleiter aus dem Bereich „Dienste und Werke“ mit 40 Mitarbeitern. Eine Führungskraft aus dem Bereich Diakonie mit 20 Mitarbeitern. Und andere.

In drei fünftägige Workshops und drei Studientagen verteilt auf ein ganzes Jahr arbeiteten die Teilnehmenden an sich und an ihrer beruflichen Situation. Dazu gehörten Themen wie Arbeitsumfeld und Selbstorganisation, Zeitmanagement und Büroorganisation, Umgang mit Konflikten und die Leitung von Gremien und Sitzungen.

Konkret? „Ich habe gelernt, mich in meiner Arbeit selbst zu verstehen“, sagt eine Teilnehmerin. Die Kursteilnehmer lernen, dass die Eigenwahrnehmung oft eine ganz andere ist als die Fremdwahrnehmung. „Woher und wohin ich will, das muss ich erstmal für mich klären. Und dann meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Weg mitnehmen“, ergänzt eine andere. „Wenn ich weiß, was ich will, dann kann ich das auch transportieren.“

Keiner der beteiligten Führungskräfte hat diesen Kurs besucht, um sich selbst zu verwirklichen. Ziel ist immer die Optimierung der Arbeitsabläufe und der alltäglichen Situation in der Institution, in der Abteilung, in der Gemeinde.

Dabei reagieren die jeweiligen Mitarbeiter in Gemeinden und Einrichtungen recht unterschiedlich. Manche fürchten, Versuchskaninchen zu werden. Manche haben sich beschwert, weil alte Strukturen und Abläufe geändert werden. Allein das Aufräumen des Gemeindebüros, berichtet eine Pastorin, hatte zur Folge, dass das System der Sekretärin geändert wurde, ja, dass die Bürozeiten angepasst werden mussten. Es ist eine Mischung aus Entlastung und Veränderung. Für alle Beteiligten nicht immer einfach. Erstmal. Doch nach einer gewissen Zeit zeigt es sich: MQF ist ein Gewinn für alle. Denn „Mitarbeitende qualifiziert führen“ heißt auch, dass die Mitarbeiter wert geschätzt werden.

„Die Konflikte haben wir natürlich aus unserem Arbeitsalltag mitgebracht.“ Aus der Praxis und für die Praxis: „In diesem einen Jahr haben wir so viel an uns gearbeitet! Doch die Erleichterung im beruflichen Alltag haben wir auch umgehend gespürt!“, zeigt sich eine Teilnehmerin begeistert.

Konflikte wird es auch nach Abschluss des Kurses geben, trotz Zertifikat. Doch die hier weitergebildeten Führungskräfte können mit Konflikten nun ganz anders umgehen. Und so ganz nebenbei wirkt MQF nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. „Bei Konflikten und Entscheidungen bin ich jetzt viel sicherer! Und das strahlt natürlich auch auf andere aus.“

Dabei hat der Kurs den Teilnehmenden auch spürbar Spaß gemacht: mit Humor und Tiefgang. Auch die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können, zeichnet eine Führungskraft aus.

Zum Abschluss überreichte Dr. Bernd-Michael Haese vom Nordelbischen Kirchenamt gemeinsam mit Christoph von Stritzky vom Evangelischen Regionalzentrum Westküste die Zertifikate. „Ich kann Sie nur beglückwünschen zu diesem Kurs!“, so Dr. Haese. „Ich bin froh, dass solche Kurse in unserer Kirche durchgeführt werden.“

Und dann war alles zu Ende? Aber nein. Mit der Zeit erfährt man, wer diesen Kurs früher schon einmal besucht hat, es bilden sich kleine Netzwerke. Und dann gibt es auch noch MQF Plus: ein Drei-Tage-Treffen für die erfolgreiche Absolventen des Kurses. Wie ist es wem ergangen? Man bleibt in Verbindung.

Rainer Kolbe

 mehr Infos

Hier geht es zum aktuellen MQF-Angebot. Sie können sich hier für die kommenden Kurse unverbindlich voranmelden. Oder Sie wenden sich an das Büro des Evangelischen Regionalzentrums Westküste in Breklum, Telefon 04671/911265.
Bitte beachten Sie, dass die Kurse ausgebucht sind und es eine Warteliste gibt!

Abbildungen (von oben)
>> Christoph von Stritzky, Personal- und Organisationsentwickler, der den Kurs gemeinsam mit Friedemann Margaard geleitet hat, beglückwünscht die Teilnehmenden.
>> Oberkirchenrat Dr. Bernd-Michael Haese vom Nordelbischen Kirchenamt, zuständig für das Dezernat E (Dienste, Werke, Einrichtungen, Religionsunterricht, Schulwesen), überreicht die Zertifikate.
>> Erfolgreicher Abschluss: Christoph von Stritzky und die Teilnehmenden des 18. MQF-Kurses.

 

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