Evangelisches Regionalzentrum Westküste


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Weiterbildung zum Schutz der Kleinsten

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Breklum – Die ersten drei Lebensjahre sind für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes besonders wichtig: Hier werden Weichen gestellt, die später kaum mehr oder nur schwer zu korrigieren sind. Entwicklungspsychologische Beratung (EPB) unterstützt Eltern dabei, die Sprache der Kinder, die noch so gar nicht für sich selber sorgen können, zu deuten. In Breklum fand jetzt eine Weiterbildung in dieser Beratungsform statt, 15 Teilnehmerinnen erhielten ihr Zertifikat aus der Hand von Karin Jacobsen- Jordt, Leiterin des Projekts der „Eltern Start-Hilfe“ des Diakonischen Werkes Südtondern.

„Alle Eltern möchten, dass es ihren Kindern gut geht“, so Verena Förderer, die den Kurs gemeinsam mit Brigitte Linke leitete. Ein Jahr lang hatten die beiden Diplom-Pädagoginnen mit den Teilnehmerinnen die Methode der Videografie eingeübt. Dabei werden von Eltern – natürlich mit deren Einverständnis – Videos im Umgang mit ihren Kindern aufgezeichnet und anschließend mit ihnen besprochen. Eindrücklich dokumentierten die Kursleiteirnnen die Beratungsmethode mit einem Film: Eine junge Mutter wickelte ihr Baby. Sie tat es durchaus sorgfältig, nahm dabei aber keinerlei Kontakt mit dem Kind auf, wodurch das Kleine orientierungslos und unruhig wirkte, während die junge Frau kraftlos und einsam zu sein schien. Dieselbe Mutter acht Wochen später mit ihrem Kind aufgenommen sprach und turtelte mit ihm, streichelte es und wandte sich ihm liebevoll zu.
„Uns ist wichtig, die Kompetenzen der Eltern zu stärken“, sagte Brigitte Linke. Das Konzept der EPB sei ressourcenorientiert: Dabei gehe es nicht um Kritik und Beschämung, sondern darum, weich und offen für die Situation zu werden, die Feinfühligkeit und Intuition zu fördern. Die frühe Hilfe dieses Konzepts leiste – gut vernetzt mit anderen Hilfsangeboten – einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Kinder.

Diese Weiterbildung in den Räumen des Christian-Jensen-Kollegs, bei der sich die Teilnehmerinnen, vier Mal vier Tage lang trafen, fand in Kooperation des Diakonischen Werk Südtondern mit dem schleswig-holsteinischen Sozialministerium statt. Die Universitätsklinik Ulm war der fachliche Partner und lieferte das Curriculum, Verena Förderer und Brigitte Linke wurden als freie Mitarbeiterinnen von dort entsendet. Die Teilnehmerinnen, Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens, kamen aus ganz Schleswig-Holstein

Bernd Funk, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Südtondern, überbrachte Grüße aus dem Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein. „Ohne das finanzielle Engagement des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Gesundheit hätte diese Weiterbildung nicht so kostengünstig angeboten werden können.“, sagte er und verlaß ein Grußwort von Sabine Toffolo, Leiterin des Referats für Familie, Kinder- und Jugendschutz. Für den Kreis Nordfriesland erschien Sozialplanerin Birgit Stephan. „Der Kreis Nordfriesland setzt sich dafür ein, die Eltern-Kind-Beziehung auf möglichst vielen Ebenen zu stärken“, sagte sie. Propst Jürgen Jessen-Thiesen, Aufsichtsratsvorsitzender des Diakonischen Werks, wünschte den Teilnehmerinnen Kraft, Liebe und Besonnenheit. „Jedes Verhalten hat seine Gründe, auch das Fehlverhalten.“ Es sei Aufgabe der Helfer, den ganzen Menschen zu sehen.


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