Evangelisches Regionalzentrum Westküste


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Erster Sprengeltag für Schleswig und Holstein

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Breklum – Sie kamen aus Kiel und aus Münsterdorf, aus Aukrug und Grube, aus Schleswig, Heide, Seeretz und vielen Orten mehr: Leitende Ehrenamtliche, Kirchenvorsteher und Synodale, reisten auf Einladung der Bischofskanzlei nach Breklum, um sich in den Räumen des Christian-Jensen-Kollegs (CJK) mit dem Thema “Gemeinschaft der Heiligen – mehr als ein Lippenbekenntnis?” zu beschäftigen. Johanna Lenz-Aude, Pröpstin im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg, hielt das Impulsreferat.

“Das Christentum ist eine Gemeinschaftsreligion”, sagte sie. “Das Wort Gottes fordert die Kommunikation, das Abendmahl fordert, dass es geteilt wird.” Die Gemeinschaft der Heiligen sei die Gemeinschaft derer, die an Christus glauben und getauft sind. Ein Lippenbekenntnis könne dies nicht bleiben, dieser Glaube habe praktische Auswirkungen – als Beispiele nannte Lenz-Aude den Umgang mit Fremden, Gefangenen und Flüchtlingen.
In der anschließenden Diskussion und bei den Workshops am Nachmittag – gewohnt souverän moderiert von Friedemann Magaard, Leiter des CJK – zeigte sich die Sprengkraft des Themas, aber auch, wie kompetent und sprachmächtig kirchliche Ehrenamtliche sind. Eine Teilnehmerin fragte konkret nach dem Umgang mit anderen Religionen und ob nicht auch Muslime zur Gemeinschaft der Heiligen hinzu zu zählen seien. Einem anderen war die Abgrenzung zu anderen Glaubensgemeinschaften nicht deutlich genug. Während Johanna Lenz-Aude die Bedeutung des “normalen” Gottesdienstes um Wort und Sakrament betonte, wollte ein anderer das Gottesdienstverständnis gerne ausgeweitet wissen. Viele Teilnehmer mochten sich selbst nicht als “Heilige” sehen. “Wenn ich das meinen Kindern sage, die lachen mich aus”, sagte einer. Er verstehe sich als Sündiger, als Lernender und fühle sich durch die Rechtfertigungslehre Luthers befreit dazu, nicht heiliger als andere sein zu müssen.

Dem Vortrag vorangegangen war das “Weltcafé”. Die Teilnehmenden wurden mit Impulsen zum Thema versorgt und lernten sich in kleinen Gruppen ein wenig kennen. Dabei schrieben sie nieder, auf welche Frage sie an diesem Tag eine Antwort suchten und wo sie Gemeinschaft der Heiligen schon erlebt hätten. Auf den Plakaten wurde deutlich, dass es dem ehrenamtlichen Dienst in der Kirche teilweise offenbar immer noch an Anerkennung und Wertschätzung mangelt. Auch die Sorge um die Belastbarkeit des Ehrenamts fand hier seinen Ort.

Mit einem bewegenden Gottesdienst endete der erste Sprengeltag im Sprengel Schleswig und Holstein. „Haben Sie keine Scheu und zeigen Sie sich. Geben Sie der Kirche Ihr Gesicht, Ihren Verstand, Ihre Sprache,” sagte Bischofsbevollmächtigter Gothart Magaard in seiner Ansprache. Die Kirche bestehe aus lebendigen Steinen, die nicht unbedingt einen Dom zu bilden bräuchten. “Die Kirche braucht Worte und Münder”, sagte er. Und “nicht du trägst die Wurzel, die Wurzel trägt dich.” Mit Musik begeisterten Hartmut Naumann (Gitarre, Gesang), Kurt Buschmann (Saxophone, Percussion) und Björn Mummert (Bass, Gesang). Rainer Raffalsky unterstützte den Gesang der Gemeinde am Klavier.

Vom Segen ging es, das hatte Wolfgang Pittkowski, Referent der Bischofskanzlei, zu Beginn bereits scherzhaft angekündigt, direkt zur Nationalhymne über: Viele blieben und sahen sich abschließend gemeinsam das Viertelfinalspiel der Fußballweltmeisterschaft Deutschland-Argentien an.

Der nächste Sprengeltag für kirchenleitende Ehrenamtliche im Sprengel Schleswig und Holstein findet am 27. August 2011 auf dem Koppelsberg in Plön statt.