Leiten will gelernt sein, und doch gibt es keine Patentrezepte. Diese Erfahrung machten die elf Teilnehmer des 15. MQF-Kurses, der jetzt seinen Abschluss fand. Sie erhielten aus den Händen von Oberkirchenrat Dr. Frank Ahlmann ihre Zertifikate. “Jeder und jede hat eine eigene Führungspersönlichkeit”, sagt Friedemann Magaard, Leiter des Christian Jensen-Kollegs, der den Kurs gemeinsam mit Christoph von Stritzky, kommissarischer Leiter des Evangelischen Regionalzentrums Westküste, geleitet hatte. Besonders gut gelinge die Zusammenarbeit, wenn die verschiedenen Persönlichkeiten einander ergänzten.
MQF bedeutet “Mitarbeiter qualifiziert führen”. Die Absolventen und Absolventinnen kamen aus ganz Nordelbien und aus unterschiedlichsten Arbeitsbereichen. Unter ihnen waren Pastoren, Diakone und Kindergartenleiterinnen. Auch die Geschäftsführerin und die Haushaltsleiterin eines Freizeitheims sowie der Personalchef einer kirchlichen Verwaltungseinrichtung nahmen daran teil. Sie alle verband der Wunsch, mehr über ein qualifiziertes Leitungsverhalten zu erfahren, sicherer in ihren Entscheidungen und in ihrem Auftreten zu werden, ohne das gute Verhältnis zu ihren Mitarbeitenden dabei auf’s Spiel zu setzen. Sie übten sich in Selbst- und Fremdwahrnehmung, in Mitarbeiterführung und Kommunikation, in Konfliktanlyse und Konfliktbewältigung sowie in Zeit- und Selbstmanagement. “MQF ist die Lizenz zum Leiten”, schrieb ein Teilnehmer zum Abschluss an die Pinnwand.
“Mehr als 150 Menschen haben jetzt diesen Kurs besucht”, sagte Christoph von Stritzky. Er erinnerte sich an die Anfänge dieser Arbeit. Da hätte es sehr viele Konflikte im Kirchenkreis gegeben, sagte er, und ihm sei bald klar geworden, dass diese viel mit Führen und Leiten zu tun hatten. So entstand das Currikulum MQF, das inzwischen drei Mal im Jahr angeboten wird und das auf großes Interesse stößt. “Ich habe noch kein schlechtes Wort über MQF gehört – ganz im Gegenteil”, sagte auch Frank Ahlmann vom Nordelbischen Kirchenamt, das die Kurse finanziell unterstützt. Er wünschte den Absolventen, “dass Sie in Ihrem beruflichen Alltag auf die gemachten Erfahrungen zurückgreifen können.”
Text und Bilder: Inke Raabe