Evangelisches Regionalzentrum Westküste


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Deutsch-Japanischer Kunstdialog eröffnet

(to)break heißt das deutsch-japanische Kunstprojekt, das heute im Christian Jensen Kolleg (CJK) eröffnet wurde. Japanische Künstler haben ihre unter dem Eindruck des verheerenden Erdbebens und der Reaktorkatastrophe von Fukushima entstandenen Werke per Email nach Deutschland gesandt. Hier wurden sie auf Stoffbahnen gedruckt und sind seit heute auf dem Gelände vor dem Martineum zu sehen. “Es ist aber weniger eine Ausstellung, als ein Projekt”, betonte Friedemann Magaard, Leiter des CJK. Wichtig sei das Ereignis der Kunst, wenn jetzt deutsche Künstler in den Dialog mit den japanischen Werken gehen. Wichtig sei vor allem der Dialog.
Ausgesprochen dialogisch war bereits der musikalische Beitrag zur Eröffnung: Bente Stenger (Klarinette und Saxophon) und Christian Gayed (Kontrabaß) improvosierten zu den Werken und kamen ihnen, den Zuhörern und einander eindrücklich nahe.

Initiator des Projekts ist der Schleswiger Künstler Joachim Mocka. Gemeinsam mit Noriko Aori und Arno Neufeld nahm er Kontakt auf und fand in Friedemann Magaard einen guten Partner für das Projekt. Der habe die Türen regelrecht aufgerissen, sagte Mocka in seinen Dankworten. Magaard seinerseits dankte den Sponsoren, die das Projekt möglich gemacht hatten, und dem Evangelischen Regionalzentrum Westküste (ERW), das spontan seine Unterstützung zusagte.
“Die japanischen Künstler möchten der Welt erzählen, wie sie die Katastrophe erlebt haben”, sagte Noriko Aori, die zurzeit ein Praktikum als Restauratorin im Schloss Gottorf absolviert. Die Situation in Fukushima sei nach wie vor sehr schwierig, das schwere Erdbeben habe ihnen allen klar gemacht, welche Kräfte die Natur hat. “Für sie war es vielleicht nur ein kleines Niesen”, sagte sie nachdenklich.

Der Prozess des künstlerischen Dialogs japanischer und deutscher Künstler/Innen wird am Sonntag, 22. Mai ab 15 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt.


Info: Einigen japanischen Künstlern war eine Teilnahme aufgrund ihrer persönlichen Lage in Japan zur Zeit nicht möglich, obwohl sie Interesse signalisiert hatten. Diese „Abwesenheit“ wird bei [to]BREAK durch das Aufhängen unbedruckter, weißer Tücher symbolisiert. Das Projekt hat einen Werkstattcharakter und spiegelt darin den Ausnahmezustand in Japan wider. [to]BREAK wird sich über die Dauer der Breklumer Ausstellung hinaus weiterentwickeln: weitere Werke japanischer und deutscher Künstler werden hinzukommen, weitere Ausstellungsorte sind geplant. Das Christian Jensen Kolleg ist Gastgeber für [to]BREAK, in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Regionalzentrum Westküste. In dem ökumenischen Bildungs- und Tagungszentrum gehören Kunstausstellungen zum Profil des Hauses, insofern Kunst zum Dialog führt und damit die Grenzen des Gewohnten überschreiten hilft. Als „Bildungszentrum für Nachhaltige Entwicklung“ fördert das Christian Jensen Kolleg Formen des globalen Lernens, setzt sich für die Beschäftigung mit den Zukunftsthemen für Menschheit und Schöpfung ein.
Hier geht es zum Flyer des Projekts

Joachim Mocka Schleswig
unterstützt von Noriko Aori und Arno Neufeld
to.break.exhibition@googlemail.com
www.to-break.com