Vom 3.-19. September besuchen der KV-Vorsitzende Bernhard Welsch, Vikarin Manske und Pastor Raabe unsere Partnergemeinde in Kogmu/ Papua-Neuguinea.
Soweit eine Internetverbindung besteht, berichten wir aktuell von unserer Reise.
Von Hamburg aus fliegen wir über Dubai und Tokyo nach Port Moresby, der Hauptstadt von Papaua-Neuguinea. Nach ca. 18.000 km und acht Stunden Zeitverschiebung kommen wir morgens um 5.30 Uhr an. Empfangen werden wir von einem schwülen, feuchten und schon jetzt sehr warmen Klima – und von Steven. Steven ist einer der Piloten des Premierministers, heute ist er für seine Kirchengemeinde unterwegs, um uns zu empfangen. Da wir noch drei Stunden Zeit bis zum Weiterflug nach Goroka haben, zeigt Steven uns die Hauptstadt. Er fährt mit uns an den Hafen, zum Parlament, zeigt uns die Universität und die drei lutherischen Kirchen der Stadt. Wir sehen auf den Straßen viele Menschen, die “confused” sind, wie Steven sagt, Menschen, die keine Perspektive für ihr Leben sehen. Oft sind sie aus den Dörfern in die Stadt gekommen, weil sie hier ein besseres Leben erwarten. Jetzt sind sie ohne Beschäftigung, leben oft illegal in der Stadt. Port Moresby macht keinen besonders guten Eindruck auf uns. “Meine Kinder denken, das war hier immer so”, erzählt Steven. “Aber vor 20 oder 30Jahren war hier ein Paradies.”
An einr der lutherischen Kirchen treffen wir Pastor Jarry, der heute einen großen Gottesdienst mit Taufen und Konfirmationen vor sich hat. Beide, Steven und Jarry, stammen aus Kogmul, wir werden sie zum Fest der Kircheneinweihung wiedersehen.
Jetzt müssen auch schon weiter, eine kleine Propellermaschine bringt uns ins Hochland nach Goroka. Hier wohnen und arbeiten Cynthia und Rudolf Lies, die schon im Vorfeld der Reise viel für uns vorbereitet haben. Hinten auf dem Pickup legen wir die kurze Fahrt vom Flughafen ins Melanesische Institut zurück, an dem Rudolf arbeitet. Nach ca. 40 Stunden sind wir froh über eine Dusche und frisches Brot und Salate, die die beiden vorbereitet haben. Dankbar sind wir als Rudolf sagt, “Ich glaube, ihr legt Euch erst einmal zwei Stunden hin” – nach zwei Tagen im Flugzeug eine echte Verlockung.
Einigermaßen erholt erkunden wir anschließend das Gelände. Mehrere Häuser verschiedener Kirchen gibt es hier, umgeben von Gärten mit großen Bananenstauden und Avocadobäumen. Hier im Hochland ist es angenehm warm, auch Mücken gibt es zur Zeit relativ wenig. Wir sitzen auf der Terasse und bekommen einen ersten Einblick in die Schönheit und die Probleme des Landes. Abends um sechs wird es ziemlich schnell dunkel und ein längerer Regen setzt ein – dringend notwendig, denn es hat in der letzten Zeit nur wenig geregnet. Nach dem Essen gehen wir zeitig ins Bett, eine Menge Schlaf ist nachzuholen.
6. September Goroka
Trotzdem bin ich um 5 Uhr morgens wach, die Zeitverschiebung ist noch nicht ganz überwunden. Nach dem Frühstück erkunden wir mit Cynthia die Stadt. Viele Menschen sind unterwegs, besonders auf dem Markt. Obst, Gemüse und Kleidung in großen Mengen werden angeboten und gekauft, auch wir versorgen uns mit Papayas, Aprikosen und Guaven. Unser Mittagsschlaf wird durch lautes Klagegeheul beendet. Offenbar hat in der Nähe ein Kampf mit tödlichem Ausgang stattgefunden.
Abends kommen zwei Abgesandte aus Kogmul, die uns morgen abholen werden. Sie erzählen über das geplante Programm, seit zwei Wochen proben Tänzerinnen für ein sing sing, eine traditionelle Tanzaufführung. Uns wird ein bisschen bange, was sie alles mit uns vorhaben, es wird sicher eine sehr eindrucksvolle Woche.
7. September Fahrt nach Kogmul und Begrüßungsfest
Morgens um 8 Uhr geht es los: Mit dem Bus fahren wir von Goroka nach Kogmul. Die Fahrt führt über einen 2500 Meter hohen Pass, die Straße ist in einem abenteuerlichen Zustand. Neben den Menschen begegnen uns Schweine, Ziegen und Hunde, die die Straße bevölkern. Überall gibt es fliegende Händler, die Obst und Gemüse anbieten. Die Landschaft ist atemberaubend schön: Hohe Berge, Flüsse, Kaffee- und Teeplantagen wechseln sich ab. Dazwischen immer wieder die traditionellen Häuser, bestehend aus einem Holzgerüst und Wänden aus geflochtenen Matten.
Nach vier Stunden haben wir die 170 Kilometer nach Mount Hagen geschafft, nun ist es nicht mehr weit nach Kogmul. Die Anspannung im Bus steigt, was wird uns erwarten? Was dann kommt, haben wir uns wirklich nicht vorstellen können: Am Tor des Dorfes werden wir von Pelpa, der Mitbegründerin der Partnerschaft begrüßt. Sie kommt in traditioneller Tracht. Nach einem Gebet werden wir eingelassen und von den Sonntagsschuilkindern auf einen großen Platz geleitet. Dort führen Männer und Frauen in traditioneller Kleidung ein “sing sing”, eine Tanzaufführung auf, eine Kirchenband spielt, eine Tanzgruppe tanzt dazu, die Sonntagsschulkinder führen ein Singspiel auf. Wir werden hindurch geführt, es ist ein überwältigender Moment, der mich für alle Strapazen der Reise entschädigt. Die Freude der Menschen über unser Kommen ist wirklich echt, überall werden wir begrüßt und umarmt.
Anschließend dürfen wir als erste die neue Kirche besichtigen. Nun folgen viele Reden. Interessant für uns ist es, dass nicht wir Menschen im Mittelpunkt des Dankes stehen, sondern Gott. Ihm wird zuerst gedankt, da können wir von unseren Partnern eine Menge lernen. An dieser Stelle sei besonders Cynthia gedankt, die in drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Pidgin) hin – und herspringt und jeweils übersetzt. Für unsere Gemeinde spricht Bernhard Welsch, er schildert die Entstehung und den Werdegang der Partnerschaft. Mit den Worten “Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, damit diese Partnerschaft weiterbestehen wird”, beschließt er unter großem Beifall seine Rede. Nach vier Stunden, die wie im Fluge vergehen, endet das Begrüßungsfest. Anschließend werden wir im Gästehaus einquartiert und bekommen ein reichliches Abendessen, zumindest denken wir das. Es ist nur ein verspäteter Imbiss, um acht Uhr folgt das eigentliche Essen.
Und Morgen? “Erwarte das Unerwartete” lautet ein Motto aus Papua-Neuguinea. Wir sind gespannt.
8. September Ausflug in die Berge
Wieder wecken uns um kurz nach fünf diee Zikaden. Um sieben geht die Sonne auf und wir erkunden den Waschplatz. Nach dem Frühstück geht es mit dem Bus in die Berge. Eine großartige Landschaft mit steilen Berghängen und tiefen Tälern erwartet uns. Auf dem Rückweg biegen wir ab auf einen “Dschungel-Pfad” Auf engem Weg geht es durch ein Urwaldgebiet hin zu einem kleinen Fluss, vorbei an traditionellen Häusern und Gärten. Dieses Gebiet ist extra für Touristen gangbar gemacht. Wir kommen umsonst hinein, denn der Besitzer ist mit einem der Busfahrer verwandt.
Auf dem Rückweg treffen wir Pelpa und gehen zusammen zum Markt in Mt. Hagen. Alles ist hier sauber und schön, das Angebot wie immer reichhaltig. Und wie immer kann Yvonne nicht an den Papayas vorbeigehen. Immer wieder sprechen mich kinder und Jugendliche an, ob ich sie fotografieren könne. Das scheint ein großes Erlebnis zu sein, meistens wollen das fertige Bild nicht mal sehen, sondern laufen juchzend davon.
Die Internetverbindung in Kogmul ist sehr schlecht, daher gibt es wohl erst übermorgen Neuigkeiten aus PNG. Schaut einfach mal herein.
Nachmittags gehen wir zu Fuß nach Oglbeng, einer Ausbildungsstation für Pastoren.
Heute abend wird eine große Leinwand auf dem Dorfplatz aufgebaut werden, wir werden Bilder aus Husum und unserer Gemeinde zeigen. Das sei ja sehr schön, hören wir hinten herum, aber noch schöner wäre es, Bilder von Fest gestern zu sehen. Da sind nämlich auch die Dorfbewohner zu sehen.
Donnerstag, 9. September
Das ganze Dorf ist beschäftigt mit den Vorbereitungen für das Fest. Feuerholz sammeln, Bananen und Gemüse für das Festmahl besorgen und Spieße schnitzen für das “pig killing”. 200 Schweine sollen geschlachtet werden um die Festgesellschaft zu versorgen. Wer etwas auf sich hält, spendet ein Schwein der Kirche und mehrere andere für die Familienangehörigen, die zum Fest kommen werden. Das Ganze ist auch eine Frage des Prestiges. Der Dorfälteste will angeblich 16 Schweine schlachten. Das “pig killing” beginnt um drei Uhr morgens, anschließend wird das traditionelle “mumu” bereitet: ein Erdloch mit heißen Steinen, in das Fleisch, Blätter und Gemüse geschichtet und mehrere Stunden gegart werden.
Vormittags bekommen wir von dem Trubel nur wenig mit, da wir einen Ausflug in die Berge machen. Wunderbare Landschaften erwarten uns, überall winken uns Menschen zu und bitten um ein Foto.
Nachmittags gehen wir ein wenig im Dorf spazieren und besuchen einen Wasserfall in der Nähe. Am Abend soll es den zweiten Versuch geben, Bilder zu zeigen, nachdem der erste Anlauf gestern am Regen gescheitert ist.
Freitag, 10. September
Am Vormittag hat niemand für uns Zeit, weil alle mit der Vorbereitung des mumu beschäftigt sind. So gehen wir im Dorf spazieren und schauen, was die Menschen so treiben. Überall werden Erdlöcher gegraben, Bananenblätter geschlagen und Steine und Holz schichtweise aufgebaut. Das Holz wird morgen in Brand gesetzt um die Steine zu erhitzen. Diese Steine kommen dann in das Erdloch, das Fleisch und verschiedene Gemüsesorten werden dann aufgeschichtet und gegart. SChnell gesellt sich ein junger Mann zu uns, der sich bereit erklärt, uns zu führen. Er zeigt uns die Wasserleitung, die das Dorf mit Frischwasser versorgt (hier waren wir gestern schon, die Kinder des Dorfes hatten uns zu diesem “Wasserfall” geführt. Der einzige Wasserfall kam allerdings von oben.) Dann gehen wir zurück ins Dorf und unser Begleiter führt uns zum richtigen Wasserfall. Wie immer gesellt sich eine große Kinderschar zu uns, die uns lachend verfolgt. Am Wasserfall ist eine Badestelle, und wir erfrischen uns im kühlen Bergwasser. Am liebsten würden wir hier den ganzen Tag bleiben.
Am Nachmittag setzt der übliche Regen ein. Wir sehen erst jetzt, wieviel Glück wir am Dienstag bei unserer Begrüßung gehabt haben: Es war der einzie Tag, an dem es nachmittags nicht geregnet hat.
Inzwischen treffen immer mehr Menschen ein, auch der Bischof soll schon da sein. Am späten Nachmittag wollen die Sonntagsschulkinder ihn empfangen, wir sind dazu eingeladen. “Wann bewginnt die Feier?”, fragen wir. “Wenn die Glocke uns ruft”, ist die Antwort, Zeit spielt in Papua-Neuguinea eben eine weniger wichtige Rolle als bei uns.
Eine kleine Begebenheit am Rande:
Ich brauche Streichhölzer, in der Küche gibt es aber keine. “Ich laufe zum shop und hole dir welche”, sagt eines der jungen Mädchen, die uns bekochen. “Nein, das kann ich alleine” sage ich und gehe los. Leider weiß ich nicht ganz genau, wo der shop ist. Ich frage ein junges Mädchen, die mich gleich hinführt. Leider ist der Laden geschlossen, Ich will umkehren, aber das Mädchen ruft über ein großes Feld den Namen der Besitzerin, drei andere Frauen schließen sich dem Rufen an. Offenbar ist die Ladeninhaberin sehr beschäftigt, denn es dauert sehr lange bis sie kommt. “Ich kann doch warten, bis sie wieder aufmacht,” versuche ich einzuwerfen, aber vergeblich.Mir wird die ganze Sache peinlich, und es kommt noch schlimmer. 10 tokies kostet eine Packung, ich habe aber nur einen 10-kina-Schein. Das ist so, als ob man in Deutschland einen 20 Cent-Artikel mit einem 10-Euro-Schein bezahlen will. Ich überlege gerade, was ich noch kaufen kann, denn wechseln kann die Besitzerin nicht. Da wirft das Mädchen, das mich zum Laden geführt hat, einfach 20 tokies auf den Tresen, “Schenke ich Dir”, sagt sie und läuft lachend davon, bevor ich etwas sagen kann. Malinda heißt sie, erfahre ich und sie wohnt im Dorf. ICh hoffe, ich treffe sie wieder, um mich zu revanchieren.
Abends treffen wir die Kinder von der Sunday school ,die für uns singen und uns ausfragen über unsere Kinder.
In der Nacht geht das pig killing los.
11. September
Heute ist der Tag des “pig killing”. Bei Akino werden 16 Schweine geschlachtet. Davon erholen wir uns wieder am Wasserfall. Ueberall im Dorf werden mumus gemacht und abends gegessen, ein riesiges Familienfest.
so 12.9. kurzfassung, weil das netz gleich tyuende ist.
(Anmerkung: Andreas Raabe muss auf einer englischen Tastatur schreiben. Da ist auf dem Platz, wo bei uns das “Z”, ein “Y”, es gibt keine Umlaute.)
Das grosse Fest beginnt. Schon frueh morgens ist Betrieb im Dorf. Ein Minister, der Distrkt Governeur und viele Kirchenvertreter werden erwartet. Cynthia ist beim sing sing dabei, der Bischof ueberlaesst dem deutschen Pastor die Ehre zu predigen. Yvonne Manske ist bei der Liturgie dabei, fuenf Pastorinnen in weiß (danke Rudolf fuers Leihen und Uebersetyen!) machen sich gut. Nach dem sing sing und dem Gottesdienst eroeffnet der Bischof die Kirche. Anschließend muss Bernhard Spontaqn die Stele vor der Kirche einweihen.
Dann kommen die Grussworte – vier Stunden lang. Auch wir sind dran. Bernhard ueberreicht das Abendmahlsgeraet und laedt eine Delegation nach Husum ein.
Nach den Reden gibt es noch Geschenke. Wir sind – wie schon den ganzen Tag – die wichtigsten Gaeste. Frauen ueberreichen uns eine Axt, drei Wandbehaenge und etwa 30 (!) Bilums und Muetzen fuer die Gemeinde.
Abends haben wir noch eine Yusammenkunft mit dem Kirchenvorstand der Kogmuler, um ueber die Zukunft der Partnerschaft yu reden.
13. September Madang
Flug nach Madang – in Port Moresby essen wir black forest cake – es ist fast wie zuhause. In Madang ist es sehr warm – eine kalte Dusche tut gut. Morgen gehts zum Schnorcheln, abends essen wir Piyya auf einer Terasse im noblen Restaurant. Entspannung nach so vielen Eindrücken ist angesagt.
Weil das Netz so schlecht ist, ist dies die letzte Eintragung.
Nachtrag:
So. 12. September
Das Fest beginnt. Schon früh morgens sind die sing sing Gruppen zu hören. Immer mehr Menschen treffen ein, am Ende sind es wohl über 500. Neben der gesammelten Geistlichkeit des Distrikts sind der Energieminister von PNG, der Distriktgoverneur, und weitere hochrangige Gäste erschienen. Der Gottesdiesnt begint um 11.30 Uhr. Zusammen mit drei Pastoren gestalten wir ihn. Fünf PastorInnen in Alben (Danke Rudolf fürs Leihen!) machen schon etwas her. Der Bischof ist auch wieder da, verzichtet aber zugunsten des deutschen Gastes auf die Predigt. Cynthia hat sich unter die sing sing Frauen gemischt und wird beim sing sing mittanzen, was die Kogmuler mit großem Stolz erfüllt. Anschließend eröffnet der Bischof die Kirche. Vor der Kirche wird eine Stele enthüllt.
hüllt, Bernhard wird gebeten, spontan ein paar Worte zu sagen. Nachj dem Gottesdienst beginnen die Grussworte. 16 Rednerinnen stehen auf der Liste, darunter auch wir. Immer wieder wird die Bedeutung der Partnerschaft herausgestelllt und wir als wichtige Gäste begrüsst. Bernhard ist als Chairman wieder gefordert und überreicht unser Geschenk, Abendmahlgeräte mit eingravierten Namen unserer Gemeinden. Anschließend lädt er eine Delegation aus Kogmul nach Husum ein. Cynthia überreicht zwei Altarkerzen.
Nach insgesamt 5 Stunden geht das Fest mit der Übergabe von geschnken zu Ende. Wir erhalten jedeR unser bilum und eine landestypische Mütze. Für die Gemeinde nehmen wir einen Wandbehang mit Grüßen, ein Parament und eine Steinaxt in Empfang. Dann kommen zwei Frauen auf die Bühne und überrreichen uns ca. 30 bilums und Mützen für die Gemeindemitglieder.
Abends sind alle sehr müde, dennoch versammeln wir uns noch einmal mit den Mitglieders des Kirchenvorstndes um über die Zukunft der Partnerschaft zu sprechen. An der Kommunikation hat es bisher gehapert, das soll durch email-Kontakt nun besser weren. Auch Einzelheiten für die Reise nach Husum werden besprochen. Kurz nach 10 fallen alle todmüde ins Bett.
Mo. 13. September
Früh morgens werden wir wieder geweckt, eine kühle Dusche muntert auf. Kurz vor acht fahren wir zum Flughafen in Mt. Hagen und fliegen über Port Moresby nach Madang. Das ist zwar ein Umweg, aber einen direkten Flug gibt es nicht, und die Autofahrt würde auf schlechter Straße acht Stunden dauern. Im Flughafen von Port Moresby, einer Durchgangsstation für Japaner, entdecken wir “Black Forest Cake”, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Madang empfängt uns mit Regen, abends gehen wir zum Essen ins “Coasties”, einer Hotel- und Restaurantanlage.
Wir wohnen im Lutheran Guest House, einer einfachen, aber mit Dusche und Klo im Haus schon fast komfortablen Unterkunft. Die Dusche hat zwar warmes Wasser, aber darauf verzichte ich aus Gewohnheits- und Temperaturgründen.
Di. 14. September
Madang – Perle der Südsee- so nennt es sich selbst. Palmen und Meer bestimmen das Bild, alles macht einen viel gepflegteren Eindruck als etwa Pt Moresby. Morgens erkunden wir den Ort, nachmittags gehts nocheinmal in die Stadt. Wir versuchen, Platz auf einm Boot mit gläsernem Boden zu bekommen, Korallen zu beobachten.
Es ist sehr wsarm, öfter am Tag kann man eine kalte Dusche gebrauchen, aber trotzdem ist es wohl angenehmer als in Husum. Auch das Wasser ist wärmer, behaupten Bernhard und Yvonne, die beide ein Bad wagen. Die Verbindung im Internetcafe ist sehr langsam, Bilder hochzuladen ist auch nicht möglich. Wahrscheinlich ist dies erst einmal die letzte Eintragung.
Mittwoch, 15. September
Wir fahren hinaus zum Schnorcheln. Mit Brille, Schnorchel und Flossen erkunden wir den Meeresboden vor zwei kleinen Inseln. Unser braunhäutiger Kapitän und Schnorchelexperte gibt sich mit uns Herren redlich Mühe, aber zur Hochform läuft er erst auf, als er Yvonne die Korallen und Seesterne zeigen kann. Die Inseln sehen wirklich wie ein Südseeparadies aus: Weiße Sandstrände, kleine Hütten, Palmen – eine echte Idylle.
Nachmittags haben wir kaum Zeit, unseren Sonnenbrand zu pflegen. Denn schon holt uns Pastor Grauvogl ab. Wir fahren zur Frauenschule Baitabag, die eine Partnerschaft mit der Frauenarbeit in Nordfriesland hat. In Baitabag erfahren wir, dass die Schülerinnen mit der Arbeit unzufrieden waren, sie fühlen sich nicht richtig ausgebildet. Daher soll das System von zwei auf drei Jahre erweitert werden, gleichzeitig soll die Schule modernisiert werden. Große Pläne sind das – ob es klappt?
Durch die Schule fühtr uns Johanna, eine deutsche Volontärin, die uns auch über ihre eigene – manchmal frustrierende Rolle – dort erzählt.
Nach der Schule gibt es wieder ein Kontrastprogramm: Stephan, der Sohn von Pastor Grauvogl holt uns ab, und zusammen mit Johanna fahren wir nach Jes Aben, einer Art Club, der mit einer Schranke vom übrigen Land abgetrennt ist. Hier genießen wir an der Pazifikküste Lemon Limb Bitter, einem sehr beliebten Getränkt in PNG, und gehen anschließend im warmen Waaser baden.
Wir beschließen den Abend wieder im Coasties, diesmal mit einer riesigen “Pizza des Monats”. Plötzlich kommt ein Restaurantmanager an den Tisch, der erzählt, er habe uns seit Tagen schon beobachtet, er würde uns grene mit dem Bus nach Hause fahren lassen, das sei sicherer. Wir glauben zwar nicht an ein Sicherheitsproblem, aber schlagen sein Angebot trotzdem nicht aus.
Donnerstag 16. September
Heute ist Unabhängigkeitstag, vor 35 Jahre wurde PNG ein selbständiges Land. Die Feierlichkeiten sollen auf einer großen Wiese, etwas außerhalb des Zentrums stattfinden. Wir machen uns morgens um acht auf den Weg, die Sonne brennt jetzt schon ganz schön (dazu kommt ja noch unser Sonnenbrand vom Schnorcheln), so dass wir beschließen, einen Bus zu nehmen. Für wenig Geld besteigen wir einen landestypischen Kleinbus, die Fahrt ist abenteuerlich, verläuft aber reibungslos. Mit der üblichen PNG -Verspätung geht es los: Parade, Fahnengebet und Hymne. Bei der Ansprache des Governeurs verziehen wir uns.
Nachmittags geht es wieder zum Platz, dort tanzen jetzt sing sing Gruppen, ein großes Volksfest ist im Gange. Leider zieht das Ereignis auch finstere Gestalten an. Bernhard werden aus der linken Hosentasche 30 Kina (etwas 10 Euro) gestohlen. Pech oder Glück? In der rechten Hosentasche steckte sehr viel mehr Geld, mit dem wir die Übernachtung bezahlen wollen.
Es ist so warm, dass man schon wieder schwitzt, sobald man die Dusche verlässt. Abends gehen wir wieder ins Coasties und verabschieden uns von Madang.
Freitag 17. September
Morgens geht es früh los zum Flugplatz, wir nehmen die letzte Etappe vor dem Rückflug in Angriff: Die Hauptstadt Port Moresby. Esther, eine Tochter von Pelpa aus Kogmul, und ihr Mann Stephen haben uns zu sich eingeladen. Zunächst besuchen wr das Nationalmuseum, dann unternehmen wir – leider bei Regen – eine Tour in die Berge. Abends gehts zum Buffet ins Holiday Inn, wirklich nobel. Esther und Stephen wohnen in einem Neubaugebiet, sie haben ihr Schlafzimmer für uns geräumt und nächtigen auf dem Boden.
Sonnabend 18. und Sonntag 19. September
Am frühen Morgen geht es wieder los, Esther und Stephen zeigen uns den botanischen Garten. Hier sehen wir endlich auch echte lebendge Paradiesvögel, die uns in diesem Land schon oft als Wappentiere und in Form von Schmuckfedern begegnet sind.
Um 12 Uhr checken wir ein und machen uns auf den langen Flug nach Hause. In Tokyo haben wir zum Glück nur wenig Aufenthalt, in Dubai müssen wir dagegen 5 Stunden warten. Mit der Zeit komme ich nun ständig durcheinander, es ist in Dubai 6.30 Uhr, in PNG 00.30 Uhr, in Deutschland 4.30 Uhr. Immerhin haben wir schon einen Großteil der Zeitverschiebung wieder aufgeholt. Als wir um 13.45 Uhr (deutscher Zeit) in Hamburg landen, haben wir insgesamt in den letzten zwei Wochen ca. 40.000 km zurückgelegt, PNG ist ganz schön weit weg, aber uns in diesen Tagen doch viel näher gekommen.
Das war`s, vielen Dank an alle, die für uns bei dieser Reise geholfen haben, Danke auch, dass Sie/Ihr an dieser Stelle verfolgt habt, wie es uns ergangen ist und in Gedanken bei uns gewesen seid!
Yvonne Manske, Bernhard Welsch und Andreas Raabe
