Ein Epitaph kehrt heim

epitaphFriedrichstadt – Schon das Einparken war Zentimeterarbeit: Gerhard Utermark hatte sich einen großen Laster geliehen, um das wertvolle Wetken-Epitaph nach der Restauration vom Kieler Landesamt für Denkmalpflege zurück in die St.-Christophorus-Kirche nach Friedrichstadt zu bringen. Dann trugen er und seine Helfer es unter den wachsamen Augen der Restauratorinnen Manuela Weber und Melanie Revermann behutsam in das Gotteshaus hinein.

Drin wartete schon Pastor Michael Jordan auf das kostbare Werk. „Das ist ja wie Weihnachten“, sagte er, denn die hölzerne Gedenktafel aus dem 17. Jahrhundert war sorgfältig verpackt. Sehr vorsichtig entkleideten die Restauratorinnen das gute Stück, und schließlich kam das Ergebnis einjähriger Arbeit zum Vorschein: Die dreihochovalen Leinwandporträts waren von Schmutz befreit und neu aufgezogen worden. Die schön gemalten Bilder der Familie des Ratsherrn Wetken sind nunmehr wieder gut zu erkennen. Die Vergoldung, die abzublättern drohte, wurde neu aufgeklebt und ergänzt.

Für Melanie Revermann war das Projekt „in der Größe nicht alltäglich“. Besonders interessant fand sie die Leinwandgemälde in einem hölzernen Rahmen. Das Epitaph hat seinen historischen Charme behalten und fügt sich harmonisch in die Gesamtgestaltung der Kirche ein. In der Tat war diese Restauration wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die Kirchengemeinde Friedrichstadt. Nur durch Zufall war das Landesamt für Denkmalpflege auf das restaurierungsbedürftige Epitaph aufmerksam geworden. Die Tischlerei Röckendorf hatte im August vergangenen Jahres für den kostenlosen Abtransport der Tafel gesorgt, für die Heimkehr des Epitaphs stelle die Tischlerei Utermark Gerüst und Personal. Gut 11500 Euro dürfte die Arbeit der Restauratorinnen wert sein, schätzte das Landesamt – die Kirchengemeinde hat keinen Cent dazubezahlt. „Wir sind sehr dankbar“, sagte Michael Jordan auch mit Blick auf die beiden hilfsbereiten, örtlichen Tischlereien. Aus eigenen Kräften hätte sich die Gemeinde die Restaurierung noch lange nicht leisten können.
Text und Foto: Inke Raabe