Lebendige Ökumene

In Friedrichstadt hat Ökumene, das Zusammenleben von Religionen und Konfessionen, einen besonderen Stellenwert: Hier leben heute Remonstranten, Mennoniten, Katholiken und evangelisch-lutherische (Dänen und Deutsche) Christen miteinander. Vor dem Holocaust hat es hier auch eine jüdische Gemeinde gegeben, während des 19. Jahrhunderts mit über 400 Mitgliedern die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Stadt. Friedrichstadt gilt wegen des friedlichen Zusammenlebens verschiedener Glaubensrichtungen über Jahrhunderte hinweg darum auch als “Stadt der Toleranz”.

Gegründet wurde die Stadt von den Remonstranten. Sie waren aus den Niederlanden vertrieben worden und verzichteten schon bei der Erbauung ihrer neuen Heimat darauf, ihr Gotteshaus mit zentralem Absolutheitsanspruch auf dem Marktplatz zu platzieren. Freiheit und Toleranz gehören zu den Grundwerten dieser Gemeinschaft, die in Friedrichstadt ihre einzige deutsche Gemeinde hat.

Die Remonstrantenkirche, die 1854 erbaut wurde, befindet sich in der Kirchenstraße. Sie wirkt streng reformiert, ohne Altar, mit wenig Schmuck, aber hell und freundlich. Die Lutheraner haben 1649 ihr Gotteshaus, die St. Christophorus-Kirche, am Mittelburgwall errichtet. Ihnen direkt gegenüber, auf der anderen Seite der Gracht, schufen sich die Mennoniten, die älteste protestantische Gemeinschaft, ihre geistliche Heimat, die sie heute mit der dänischen Gemeinde teilen.
Die katholische Kirche St. Knud wurde 2003 profaniert. „Dies ist das Haus Gottes und die Tür zum Himmel“ ist in lateinischer Sprache auf den Altarbogen des neugotischen Gebäudes gemalt.
Die Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge befindet sich am Binnenhafen. Was von außen bieder wie ein Backsteinbau wirkt, entfaltet beim Betreten seine ganze Kraft. Nach der Schändung in der Reichsprogrom-Nacht war die 1847 erbaute Synagoge zum Wohnhaus umgebaut worden. Die Innenarchitektur nimmt die Geschichte der jüdischen Gemeinde Friedrichstadts auf. Die ehemals großen Fenster werden von innen und außen angedeutet. An der Stirnseite erinnert eine Aussparung an den Ort, wo früher die Thora-Rollen lagen.

Die Glocken der christlichen Gotteshäuser klingen alle verschieden. Von weitem sichtbar sind die Kirchtürme der Lutheraner und der Remonstranten. Gemeinschaft und Toleranz werden von den verschiedenen Glaubensrichtungen bei aller Verschiedenheit auch gelebt: beim Neujahrsempfang von Ökumene und Stadt sowie bei diversen ökumenischen Gottesdiensten während des übrigen Jahres. Das gemeinsame Mitteilungsblatt “Kirche in Friedrichstadt” zeugt vom guten und intensiven Miteinander.

Wenn Sie mehr und direkt etwas erfahren wollen, klicken Sie doch mal rein:

Dänische lutherische Kirche Friedrichstadt

Katholische-Kirche Friedrichstadt

Mennoniten-Kirche Friedrichstadt

Remonstranten-Kirche Friedrichstadt

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