Sympathische Standortsicherung
Husum / Witzwort – Zwei neue Kindergärten mit kirchlicher Trägerschaft sind im Süden des Kirchenkreises im Bau: In Husum-Rödemis wurde der Grundstein gelegt, in Witzwort auf der Halbinsel Eiderstedt feierte man Richtfest.Für Henning Möller, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Rödemis, ging an diesem Tag „ein Traum in Erfüllung“: Die Evangelische Kindertagesstätte „Abenteuerland“ erhält einen Neubau, dieser Tage wurde feierlich der Grundstein gelegt. Kinder und Eltern, Gäste von der Stadt und der Kirche und viele Gemeindeglieder kamen und freuten sich mit.
Im Oktober 2008 sei das Ganze noch ein „Hirngespinst“ gewesen, sagte Lothar Pletowski, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Husum. Der Kindergarten brauchte nicht nur ein neues Dach und grundlegende Modernisierung, sondern auch mehr Platz. Die Kita hatte in dem Jahr den Ersten Platz der Industrie- und Handelskammer Flensburg gewonnen und wurde als arbeitnehmerfreundliche Kita ausgezeichnet. Neben zwei Regelgruppen unterhielt die Kirchengemeinde eine Gruppe für die noch nicht drei Jahre alten Kinder und eine Nachmittagsgruppe, die die Kinder bis 19 Uhr betreut. So verwundert es nicht, dass die Anmeldelisten lang sind und die Wartelisten ebenfalls.
Henning Möller erinnerte an den amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King, der den Satz „I have a dream“ geprägt hatte. „Ich habe auch einen Traum“, sagte Möller, „unser Kindergarten soll größer, schöner und moderner werden.“ Durch den Neubau wird Platz für eine weitere Krippengruppe geschaffen. Der Altbau wird energetisch saniert und neu gestaltet. Insgesamt 610.000 Euro wird die Maßnahme kosten, das Land Schleswig-Holstein, der Kreis Nordfriesland, die Stadt Husum und sogar der Bund helfen kräftig mit – dafür bedankte sich Henning Möller im Rahmen der Grundsteinlegung herzlich.
In den Boden des Neubaus wurde eine Kupferröhre eingelassen, die die Baupläne des Kindergartens enthält. Dazu kamen aber liebevoll gestaltete Nachrichten aus den Gruppen und von den Mitarbeitern, Pastor Tobias Drömann legte einen Psalm und ein Schmuckkreuz bei und Henning Möller versenkte einen Bronze-Engel in das Rohr, verbunden mit dem Wunsch, dass die Engel Gottes die Arbeit im Kindergarten begleiten möchten.
Bereits im Juli soll, so plant der Kirchenvorstand, Richtfest gefeiert werden. Noch vor Weihnachten soll alles fertig sein.
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Etwas weiter ist man in Witzwort, dort wurde das Richtfest unter großer Anteilnahme von Eltern und Kindern im Mai gefeiert. Die Besucher stapften über die Baustelle – ein großer Spaß für kleine Kinder! – und wanderten durch den Rohbau: Gruppenräume mit Galerie, ein Krippenraum mit Schlafraum, eine Küche, einen eigenen Spielplatz.
Der lange und kalte Winter hat die Bauarbeiten allerdings ein wenig verzögert. Deshalb wird der Umzug aus den alten Räumen in die neuen voraussichtlich erst in den Herbstferien statt finden können. Wie bisher werden dann zwei Gruppen zu je 22 Kindern angeboten, ganz neu aber ist eine Krippengruppe für zehn Kinder unter drei Jahren. Für diese sind übrigens noch einige Plätze frei.
Der neue Kindergarten ist direkt an die bestehende Grundschule angebaut, trockenen Fußes kommt man von einem Haus zum anderen. So wird eine noch engere Kooperation mit der Schule erst möglich, und so können auch für Kindergartenkinder Öffnungszeiten bis 15 Uhr angeboten werden!
Der Bau in Witzwort vereint die bisherigen Standorte Witzwort und Uelvesbüll. Rund 750.000 Euro werden investiert: Für die Einrichtung der Krippe gibt es vom Land 150.000 Euro Zuschuss. 15% der Investitionskosten trägt die Kommune Uelvesbüll. Der ganze Rest entfällt auf die Kommune Witzwort. Viel Geld für einen kleinen Ort.
Gerd Radcke, stellvertretender Bürgermeister, sieht die Investitionen in den Kindergarten als Investition in die Zukunft: Die Kinder sollen im Dorf bleiben. Kinder, die hier in den Kindergarten gehen, werden hier auch in die Schule gehen. Und so bleibt dem Ort die Schule erhalten. Standortsicherung also, und was für eine sympathische!
Aber wie kommen die Kinder aus Uelvesbüll zukünftig nach Witzwort? Für die hat die Kommune Witzwort extra einen Kleinbus angeschafft.
Von Inke Raabe und Rainer Kolbe