Sparkonzept bringt herbe Einschnitte
Breklum – Einsparungen von 25 Prozent seien nötig, um den Kirchenkreis in die Zukunft so führen, so der Kirchenkreisvorstand (KKV) bei der jüngsten Synodaltagung in Breklum. Er legte den Delegierten ein umfangreiches und ausgeklügeltes Konzept vor, wie dieses Sparziel zu erreichen sei. Betroffen von den Sparmaßnahmen sind sowohl die Pastoren und Gemeinden als auch die Dienste und Werke sowie die Verwaltung. Auch die evangelische Jugend soll mit weniger Geld auskommen, so das Konzept. Die Synodalen diskutierten kontrovers und teilweise auch heftig über die Vorschläge des KKV.
Der Pfarrstellenplan sieht die Streichung von insgesamt sechseinhalb Pfarrstellen vor. Anhand verschiedener Kriterien und der Bildung von zehn Regionen war der Pfarrstellenschlüssel aller Gemeinden mit dem Ziel überprüft und angepasst worden, zugleich eine größere Gerechtigkeit der Arbeitsbelastung im noch jungen Kirchenkreis zu erreichen. “Wenn Sie in diesem Bereich nicht sparen wollen”, so machte Propst Jürgen Jessen-Thiesen deutlich, “müssen andere Bereichen umso stärker beschnitten werden.” Mit großer Mehrheit schloss sich schließlich die Synode nach eingehender Debatte dem Vorschlag des KKV an.
Aus dem Kirchenkreisanteil werden zum Beispiel die Urlauberseelsorge, das Evangelische Regionalzentrum Westküste (ERW) und die KZ-Gedenkstätte bezahlt. Sie alle müssen mit 25 Prozent weniger zurechtkommen. Im ERW werde dies bereits umgesetzt, teilte Propst Jessen-Thiesen in seinem Bericht mit: Drei halbe Stellen (Öffentlichkeitsarbeit, Personal- und Organisationsentwicklung und Fundraising) würden nicht wieder besetzt. Heftig debattiert wurde die Einsparung das Evangelische Kinder- und Jugendbüro (EKJB) betreffend. Die Ausschreibung der freigewordenen dritten Jugendarbeiter-Stelle wurde ausgesetzt und wird durch die Umsetzungspläne des KKV in Frage gestellt. “Es geht nicht um die Streichung der Stelle”, so Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk, “sie kommt im nächsten Jahr wieder auf die Tagesordnung.” Die Synodalen waren sich einig in der großen Bedeutung, die Jugendarbeit für die Kirche hat und in der Wertschätzung der Arbeit des EKJB. Um Vakanzen zu vermeiden, setzte sich der Vorschlag von Andrea Streubier (Jugendausschuss) durch: Die Stelle möge befristet zunächst für ein Jahr ausgeschrieben und aus Haushaltsmitteln und Rücklagen des EKJB finanziert werden.
Ein umfangreiches Sparkonzept legte auch die Verwaltung des Kirchenkreises vor. Bis zum Jahr 2015 müssten rein rechnerisch zwölf Vollzeitstellen wegfallen, betriebsbedingte Kündigungen sollen aber vermieden werden. Maßnahmen, um das Sparziel zu erreichen, sind sogenannte “kw-Vermerke”: Stellen, deren Inhaber in diesem Zeitraum ausscheiden, werden damit als “künftig wegfallend” markiert. Niedrigere Eingruppierungen durch Aufgabenverlagerung sollen bei Neueinstellungen bedacht werden. Gleichzeitig werden formale Abläufe vereinfacht und die Verlagerung sowie der Wegfall von Aufgaben werden geprüft.
Mehrfach angemahnt wurde von den Synodalen eine Debatte über die Prioritäten. Das sogenannte “Rasenmäherprinzip”, nach dem in allen Bereichen gleichmäßig gekürzt wird, sei inhaltlich unbefriedigend und werde auf lange Sicht die Arbeitsbereiche aushöhlen. Diese Debatte soll auf einer Konferenz für die Zukunft des Kirchenkreises Nordfriesland geführt werden.
Text und Bilder: Inke Raabe

