Ein Nachruf

Pastor em. Feige - Foto (c) Oppermann, Garding
Am 15. Juli dieses Jahre ist Pastor em. Michael Feige im Alter von 65 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.
In den Jahren 1995 bis 2007 war er Pastor auf Eiderstedt, zunächst in den Kirchengemeinden Tetenbüll und Katharinenheerd, später dann auch in Welt / Vollerwiek und Grothusenkoog. Von 2000 bis 2007 hatte er im Kirchenkreis Eiderstedt zusätzlich das Amt des stellvertretenden Propst inne. Als einer der Pastoren der Mittelregion war er auch in Garding und den Heverbundgemeinden geschätzt.
Nach einer kurzen Zeit als Pastor in Neumünster-Einfeld und einer langen Zeit in der Kirchengemeinde Ahrensburg erfüllte sich Michael Feige den Traum von einer Pfarrstelle an der Westküste. Als Kind hatte er einige Jahre auf Sylt gelebt und dort die Liebe zu Watt und Gezeiten, zu Wind und Wetter, zum weiten Himmel und zum rauen Charme der Menschen an der Westküste entdeckt. In der Eiderstedter Landschaft fühlte er sich wohl und schnell zu Hause, in den Eiderstedter Kirchengemeinden war er als einer, der „Kirche bei den Menschen“ sein wollte, genau am richtigen Platz.
Mit viel Gelassenheit und Geduld war er der Richtige, wenn es darum ging, in verworrenen Situationen einen guten Weg zu finden. Mit viel Geduld und Zeit widmete er sich den Menschen in seinen Gemeinden, wenn sie Begleitung und Hilfe brauchten in Freude und Trauer. Mit Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit stand er den Kolleginnen und Kollegen im Konvent zur Verfügung als Gesprächspartner oder Vertretungskraft. Und mit großer Energie und Einfaltsreichtum setzte er sich für die Erhaltung und Renovierung „seiner“ Kirchen ein, ganz besonders von St. Anna in Tetenbüll.
Bei allem lag ihm am Herzen, das Evangelium weiterzugeben, die gute Botschaft von der Güte und Liebe Gottes. Damit hörte er auch nicht auf, als er 2007 in den Ruhestand ging. Schnell hatte die Gemeinde an seinem neuen Wohnort herausgefunden, dass er Pastor war, und von da an wurde er regelmäßig gebeten, Gottesdienstvertretungen zu übernehmen. Hauptanliegen war ihm als gebürtigem Schlesier aber die Arbeit in der Schlesienhilfe, wo er hauptsächlich in den evangelischen Gemeinden deutscher Sprache in Breslau und Niederschlesien als Urlaubsvertretung für die beiden dortigen Pastoren da sein und sich – mal wieder! – um die Erhaltung der Liebfrauenkirche in Liegnitz kümmern wollte.
In den letzten drei Jahren lebte er in Bienenbüttel bei Lüneburg, wo er auf dem Friedhof „Stille Heide“ am 24. Juli seine letzte Ruhe fand. Auf Eiderstedt aber werden viele Menschen noch lange Zeit an ihn denken und sich seiner gern erinnern.
Pastorin Claudia Zabel