Indien
Hattstedt – Hoher Besuch im Weltladen Hattstedt: Bischof Goudo von der Jeypore-Kirche und Bischof Nag von der Assam-Kirche aus Indien waren gekommen, um über die Zukunft des Krankenhauses in Doliambo zu sprechen, das seit nunmehr 19 Jahren vom Weltladen unterstütz wird. Begleitet wurden sie von Eberhard von der Heyde vom Nordelbischen Missionszentrum (NMZ).
Das Krankenhaus in Doliambo ist für Dorle Gerlach ein Herzensanliegen. Sie betreibt gemeinsam mit Tochter Christine den Weltladen, kauft ein, dekoriert und steht jede Woche donnerstags von 18 bis 20 Uhr im Laden, um die Waren aus fairem Handel zu verkaufen. Der Reinerlös ging von Anfang an nach Doliambo. Doch in den letzten Jahren gab es Schwierigkeiten, nicht nur finanzieller Art: Es konnte kein Arzt gefunden werden, der bereit war, in dem entlegenen Adivasi-Gebiet Dienst zu tun.
„Wir suchen keinen Karrieristen, sondern eine ,mission-minded’ Person“, sagte Bischof Goudo bei dem Treffen im Hattstedter Gemeindehaus. In Doliambo sei nicht viel Geld zu verdienen, die Adivasi seien arm und könnten nur wenig für die medizinische Versorgung zahlen. So suche man einen engagierten Arzt, der mit Idealismus seinen Dienst in dem kleinen Krankenhaus tue. Dr. Suuna, der seinerzeit die Station gegründet hatte, sei zwar nach Doliambo zurückgekehrt, eine dauerhafte Lösung aber sei das nicht.
Die indischen Bischöfe warben in Nordfriesland um Unterstützung für die laufenden Unterhaltungs-Kosten des Krankenhauses. „Let the hospital run,“ bat Bischof Goudo. Doliambo sei auch als missionarisches Krankenhaus wichtig. Die indische Kirche zahlt momentan 3000 Rupien im Monat für Stromversorgung. Alle weiteren Kosten müssen durch die Patienten gedeckt werden. Seit einem halben Jahr wurden keine Gehälte mehr gezahlt. Sie „wurschteln sich so durch, aber der Betrieb läuft“, fasste von der Heyde die Situation zusammen. Mit dem Weltladen Hattstedt und dem NMZ überlegten nun die Bischöfe, wie eine Unterstützung in dieser Situation aussehen könnte. „Wegen der Momentan unklaren Zukunft und der Schulden hält das NMZ sich mit finanzieller Hilfe zurück“, erklärte Eberhard von der Heyde. Wenn ein Arzt gefunden werde, brauche er Geld, das wolle das NMZ dann zur Verfügung haben. Dorle Gerlach schloss sich dieser Meinung an. Sie wolle in Hattstedt weiter für Doliambo arbeiten, aber die Erlöse erst dann wieder auszahlen, wenn ein neuer Arzt gefunden sei.
