Kita-Nachrichten

Neues aus der Kindertagesstätte:

Kindertagesstätten-Nachrichten März 2012 bis Mai 2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Kinderzeit ist Märchenzeit,

seit Februar ist das magische Tor zur Märchenwelt der Gebrüder Grimm in unserer Kita geöffnet.

Kinder brauchen Märchen – diese Feststellung von Bruno Bettelheim ist nach wie vor aktuell. Mit Märchen kann Kindern ein Stück Lebenshilfe, vor allem Mut und Hoffnung gegeben werden, denn im Märchen – wir wissen es alle – siegt meist derjenige, der anfangs unterdrückt, klein und schwach war. Gut und Böse sind klar definiert. Der Held oder die Heldin steht vor großen Herausforderungen und gefährlichen Situationen, die er oder sie meistern muss. Die Botschaft

ist eindeutig: Es gibt Probleme und Konflikte, aber man kann sie überwinden. Kinder identi-fizieren sich mit diesen Helden und wollen genau wie sie gut sein und am Ende Erfolg haben. Dabei hilft ihnen auch ihre unbeschränkte Vorstellungs-kraft, auch magische Phase

genannt, die besonders im Kindergartenalter alles Unmögliche möglich macht. Dieser inhaltlich
positive Verlauf eines Märchens erzeugt eine lebensbejahende, freudvolle Grundstimmung, in die Kinder gerne eintauchen und ein Stück weit auf ihrem Lebensweg mitnehmen.

Wir freuen uns mit den Kindern auf diese Projektarbeit, die bis Ende Mai geplant ist und die mit einem Märchencafe für die Kinder und ihre Familien enden wird.

Bibelgeschichten mit Wiebke für die Krippenkinder

„Mit Gott groß werden“ heißt die Kampagne der ev. Kindertagesstätten in Nordelbien. Mit Gott groß werden bedeutet, dass wir als pädagogische Fachkräfte in unserem Alltag religionspädagogische Einheiten, aber auch Rituale und Symbole, kontinuierlich einsetzen und für die Kinder erlebbar machen. So hat sich um das Thema Religionspädagogik ein Konzept in Zusammenarbeit mit unseren Pastoren entwickelt und etabliert. Die neueste Einheit sind die Bibelgeschichten mit Wiebke Drömann, die jeden Freitag in der Krippe stattfinden. Dabei nutzt Frau Drömann liebevoll gestaltete Figuren, die die jeweilige Bibelgeschichte visuell unterstützen. In einem Sitzkreis mit allen (max. 20) Kindern und Mitarbeitern werden die Geschichten, herunter gebrochen auf die Aufnahmefähigkeit der Kinder, wiederholt erzählt. Dass die Kinder unter 3 Jahren mit allen Sinnen dabei sind, lässt sich an der Nachfrage eines Kindes belegen. Luca-Nic fragte nach der Erzählung der Arche Noah, warum denn das Krokodil mit an Bord sei, es kann doch auch im Wasser schwimmen.

„Kindheit im Wandel“ – Tag der offenen Tür am 21. Januar 2012

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens unserer Kindertagesstätte in diesem Frühjahr haben wir den Tag der offenen Tür so gestaltet, dass Interessierte sich einen Eindruck verschaffen konnten, wie das tägliche Miteinander in unseren Räumen inhaltlich gestaltet ist. Im Gegensatz zu der großen Eröffnungsfeier der im Dezember 2010 fertig erweiterten und sanierten Kita, nutzten zahlenmäßig weniger Gäste die Gelegenheit, alles in Ruhe und mit fachlicher Auskunft der Mitarbeitenden zu erkunden. Dadurch konnten aber auch intensive Gespräche geführt werden, die unsere Arbeit mit und für Kinder im Fokus hatten. Besonders erfreulich war, dass sechs junge Familien nach ausführlicher Beratung ihr Kind an diesem Tag in unserer Kita anmeldeten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Tages war, die Interessierten auf das Thema „Kindheit im Wandel“ aufmerksam zu machen. Kindheit ist ein noch nicht so alter Begriff. Zwischen Mittelalter und Neuzeit galt das Kind als unvollständiger Erwachsener. Erst Anfang des 20. Jahrhundert wurde die Kindheit als ein Phänomen definiert, das abhängig von der jeweiligen Gesellschaft, den Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen bestimmt. Kindheitsforschung als inter-disziplinäres Forschungsgebiet existiert erst seit den 1980er Jahren.

Der Wandel der Kindheit in der Bundesrepublik vollzog sich auf verschiedenen Ebenen. Als deutlich einschneidende Veränderung ist der zur Verfügung stehende Raum zum Spielen zu nennen. Durch Bebauung und Erweiterung des Straßennetzes ist der natürliche Spielraum für Kinder kaum noch nutzbar. Der noch zur Verfügung stehende Platz, innen wie außen, wird von Erwachsenen geplant und lässt Kindern wenig Möglichkeit selbst tätig zu werden. Der neuste Trend sind sogenannte Indoor-Spielplätze, die kaum noch Kreativität zulassen, aber zumindest dem Bewegungsbedürfnis von Kindern entgegen kommen.

In den 70er Jahren wurde der Ausbau von Kindertageseinrichtungen in der Bundesrepublik erheblich forciert. Kindheit fand nun nicht mehr vorwiegend in den Familien statt, sondern in Institutionen, die Kindern einen Sozialraum bieten, in dem sie sich aktiv und kooperativ mit ihrer Sozialwelt auseinander setzen. Dadurch fand die erste Trennung frühkindlicher Lebenswelten statt. In unserer Kita können wir dies häufig beobachten. Auf die Fragen ihrer Eltern, wie es heute war, folgt ein kurzes: „Gut“, und was sie denn erlebt hätten, folgt nicht selten die Antwort: „Nichts“.

Im Laufe der letzten 40 Jahre wurden die Zeiten der institutionellen Betreuung wesentlich erweitert. Kitas und Schulen bieten heute Betreuungszeiten bis in den späten Nachmittag.

Eine sichtbar veränderte Lebenssituation von Kindern ist die zeitliche Strukturierung. Die Frei-zeit von Kindern wird heute terminiert. Dabei ist die Wahl der Aktivitäten von Kindern deutlich abhängig vom Zeitmanagement der Erwachsenen. Es ist auffällig, dass schon Kindergartenkinder ihren Spielkameraden gegenüber äußern: „Ich habe zum Spielen keine Zeit.“ Letztlich können auch die neuen Medien (Fernsehen, Computer) als „Zeitfresser“, genannt werden. Der Konsum dieser neuen Technik ist in den letzen Jahren erheblich gestiegen. Schon Kleinkinder sehen sogenannte pädagogisch wertvolle TV-Sendungen oder üben an „Lerncomputern“, leider häufig ganz allein.

Diese veränderte Kindheit, die weiter im Wandel bleiben wird, erfordert von Eltern und pädagogischen Fachkräften eine ständige Aufmerksamkeit und ein Reflektieren des eigenen Tuns. Die „gute alte Zeit“ wird nicht mehr wiederkommen – Entwicklung ist das Ziel einer modernen Gesellschaft, dem sich die Menschen stellen sollten. Wichtig ist und bleibt dabei, Kinder und ihre Bedürfnisse im Blick zu behalten. Ein Erziehungsziel sollte dabei sein, kindliche Lebensenergien zu stärken, damit sie sich zu entscheidungsfreudigen und entscheidungsfähigen Erwachsenen entwickeln können.

Petra Meves

Abenteuer mit „Wuppi“

Zukünftige Schulanfänger trainieren ihr Hörvermögen zur Entwicklung der phonologischen Bewusstheit

Was ist phonologische Bewusstheit? Sie bezeichnet die Fä-higkeit, sich den formalen Aspekten von Sprache zuzu-wenden und den Inhalt in den Hintergrund treten zu lassen. So besteht das Wort „Maus“ zum Beispiel aus einer Silbe, fängt mit einem m-Laut an, endet mit einem stimmlosen
s-Laut und reimt sich auf „Haus“. Dies sind die formalen Aspekte von Sprache, um die es bei der phonologischen Bewusstheit geht.
Antwortet ein Kind auf die Frage, was sich denn auf „Haus“ reime, mit „Dach“, dann orientiert sich dieses Kind noch sehr stark an den inhaltlichen Aspekten des Wortes „Haus“ und nicht an seinen formalen Aspekten. Bei Vorschulkindern er-folgt die Analyse der sprachlichen Einheiten in erster Linie durch Silbensegmen-tieren (Einteilen von Wörtern in Sprechsilben; Silbieren; Silben-Klatschen), durch das Segmentieren von Sätzen in Wörter, durch Reimen, sowie das Erkennen und den Vergleich von betonten Vokalen. Die phonologische Bewusstheit ist für Kinder die zentrale Vorläuferfähigkeit für den späteren Schriftspracherwerb in der Grundschule.

Damit sich dies nicht anhört, als würden wir schon in der Kita „Schule spielen“ haben wir zur Umsetzung ein pädagogisch Sprachprogramm ausgewählt, das
3-mal wöchentlich für 30 Minuten die Geschichte vom Außerirdischen „Wuppi“ erzählt, der mit Unterstützung der Kinder das Zuhören erlernt, um erfolgreich seinen Heimatplaneten zu regieren. Die teilnehmenden Kinder sind mit Eifer dabei und lernen so mit Freude beinahe nebenbei.

“Bartimäus”

Wir laden herzlich ein zum Familiengottesdienst am Sonntag,

den 4. März 2012 um 11.00 Uhr

im Albert-Schweitzer-Haus

Euer Kita-Team

und Pastorin Drömann